- von Jim Rementer -
Lenape, oder auch
Delaware genannt, ist
die Sprache der
Delaware-Indianer.
Diese Indianersprache
wurde einst an der
Ostküste Nordamerikas
gesprochen und gehört
zum östlichen Zweig der
Algonkin-Sprachen wie
Powhatan, Mohican,
Massachusett,
Naragansett, Wampanoag,
Nanticoke, Abenaki und
Malacite –Passamoquoddy.
Andere Sprachen in
dieser grossen Familie
sind Cree, Ojibway,
Menominee, Miami,
Shawnee, Arapaho-Atsina,
Cheyenne-Sutai und
Blackfoot.

Deutsch sprechende
Missionare der Moravian
Church begannen im Jahre
1740 mit ihrer Arbeit
bei den Delaware. Im
laufe der Jahre schufen
sie eine Anzahl von
Wörterbüchern, eine
Grammtikbeschreibung und
Hymnen in der
Lenape-Sprache, sowie
ein Rechtschreibbuch zur
Verwendung in Schulen.
Leider vermittelten sie
dieses
Rechtschreibsystem,
welches auf der
deutschen
Rechtschreibung
basierte, nur an die zum
Christentum
konvertierten Indianer
der Missionen. Hätten
die Missionare allen
Stammesmitgliedern
Unterricht angeboten,
wären die Lenape fähig
gewesen weit mehr ihrer
Geschichten und ihrer
Historie zu bewahren.
Die moravischen
Missionare hinterliessen
eine Anzahl von
Tagebüchern über die
täglichen Begebenheiten
und Tätigkeiten in den
verschiedenen
Missionsorten, der über
100 – jährigen Arbeit
mit den Delaware, nahezu
alle in Deutsch.
Zur
Zeit der ersten Kontakte
mit den Europäern
zählten die Sprecher der
verschiedenen Lenape –
Dialekte mindestens
12.000, oder
möglicherweise sogar
25.000 Menschen. Nur
zwei dieser Dialekte
haben überlebt. Einer,
bekannt als Munsee, wird
in Kanada nahe
Thamesville (Munceytown)
gesprochen und auf der
nahe gelegenen
Moraviantown Reserve,
beide in Ontario
gelegen.

Der
andere Dialekt, Unami,
ist um Bartlesville im
östlichen Oklahoma
beheimatet, mit einer
weiteren, eigenständigen
Gruppe im westlichen
Oklahoma, nahe
Anadarko.Von diesen
beiden scheint der
Munsee-Dialekt ältere
Betonungen bewahrt zu
haben, während Unami
mehr
Betonungsveränderungen
aufweist. Sprecher
beider Dialekte beziehen
sich auf ihre Sprache
als „Delaware“ oder
öfters , als „Lenape“.
Obwohl jede der vier
Delaware-Gemeinden
versucht, der nur
englischsprachig auf
gewachsenen jungen
Generation die
Delaware-Sprache
beizubringen, ist die
Anzahl jener, welche die
Sprache fliessend
beherrschen, auf wenige
ältere Personen
zurück-gegangen.

Jetzt, im Jahre 2005
wird der Munsee-Dialekt
nur noch in der
Moraviantown-Gemeinde
von einer Handvoll
Leuten fliessend
gesprochen. In Oklahoma
starb Leonard Thompson
im Jahre 2002 im hohen
Alter von 98 Jahren. Er
war der Ceremonial Chief
des Delawarestammes des
östlichen Oklahoma und
die letzte Person die
fliessend den Unami –
Dialekt sprechen konnte.
Eine andere
Unami-Sprecherin, Lucy
Blalock, starb auch
betagt, im Jahre 2000.
Diese und weitere
arbeiteten alle daran,
diese Sprache für die
nachfolgenden
Generationen am Leben zu
erhalten.
Die
Schwester von Leonard
Thompson, Nora Thompson
Dean (Touching Leaves
Woman), die 1984
verstarb sah ihre
Lebensaufgabe darin, die
Stammessprache und die
Traditionen ihres Volkes
zu bewahren. Zusammen
mit ihrem adoptierten
Neffen, Jim Rementer,
arbeitete sie die
letzten 20 Jahre ihres
Lebens an der
Erschaffung von
Materialien zur
Bewahrung der Delaware –
Sprache.

Mrs. Dean und Jim
Rementer haben einen
Grundsprachkurs in
Lenape/Englisch
herausgegeben. Nun ist
die Veröffentlichung
eines Grundsprachkurses
in Lenape/Deutsch für
interessierte Menschen
in deutschsprachigen
Ländern geplant.
Dadurch soll die
Möglichkeit geboten
werden, ein besseres
Verständnis über die
Lenape-Indianer zu
erlangen.
------------------------
Autor:
Jim Rementer,
Director Lenape Language
Project, Delaware Tribe
of Indians Bartlesville,
OK
Übersetzung: Robert
Götzenberger - (
lenape.deutsch@vr-web.de
)
Delaware-Homepage:
http://www.delawaretribeofindians.nsn.us
Delaware (Lenape)
Historie
- von Dr. Claudia Haake
-
Die
Delawaren sind ein Stamm
nordamerikanischer
Indianer und auch unter
ihrem traditionellen
Namen, Lenape, bekannt.
Der englische Name,
unter dem man sie heute
kennt rührt her von
Thomas West, Lord de la
Warr, der 1610 zum
Gouverneur von Virginia
ernannt wurde.
Ursprünglich lebten die
Lenape in einer Region,
die den südöstlichen
Teil des heutigen
Staates New York
umfasste, sowie auch
ganz New Jersey, das
östliche Pennsylvania
und den nördlichen Teil
von Delaware. Zur Zeit
ihrer ersten Kontakte
mit Europäern , etwa
1524, waren die
Delawaren noch keine
einheitliche
Gemeinschaft, kein Stamm
im heutigen Sinne,
sondern lebten in
verstreuten,
semipermanenten und
unabhängigen Siedlungen.
Schätzungen von
Zeitgenossen zufolge
umfasste der Stamm zu
diesem Zeitpunkt
zwischen 8.000 und
25.000 Mitgliedern.
Die
Lenape lebten von einer
Mischung aus Jagd,
Fischerei und Ackerbau.
Siedlungen waren durch
ein Netzwerk von Handel,
Heirat und Zeremonien
verbunden. Alle
Delawaren pflegten
ähnliche Bräuche und
sprachen eng verwandte
Dialekte: Munsee und
Unami. Auch benutzten
sie alle den Begriff
Lenape, "das Volk" oder
"die Menschen", um sich
selber zu beschreiben.
Andere Algonkinstämme
bezeichneten sie als
Grossvaterstamm, in
Anspielung auf ihre
altehrwürdige
Abstammung.
Die
Delawaren waren in drei
Klans unterteilt: Wolf,
Truthahn und
Schildkröte.Klanmitgliedschaft
und
Verwandtschaftsbeziehungen
wurden durch die Mutter
determiniert. Da sie
entlang der Küste lebten
hatten die Lenape sehr
frühe Kontakte mit
Europäern; nicht allein
mit Engländern und
Franzosen, sondern auch
mit Holländern und
Schweden. Eine der
daraus resultierenden
Konsequenzen war die
Auslöschung ganzer
Delawarendörfer ,
verursacht durch ihnen
bis dahin unbekannte
Krankheiten. Nachdem
sich die ersten Europäer
permanent in dieser
Region niedergelassen
hatten, beeinflussten
sie mehr und mehr das
Leben der Delawaren.
Langsam wurde der Stamm
- wie viele andere auch
- von seinen
angestammten Ländereien
verdrängt und gen Westen
gezwungen. Anfangs gab
es dabei vielerlei
Missverständnisse
aufgrund
unterschiedlicher
Auffassungen über das
Konzept von Landbesitz
und - verkauf. Häufig
hatten die Delawaren
angenommen dass sie den
Europäern lediglich ein
Landmitnutzungsrecht
zugebilligt hätten und
im Austausch dafür
Geschenke als
Freundschaftsbeweis
erhielten.
So
verloren die Lenape in
rascher Folge ganze
Landstriche ihres
angestammten
Territoriums.
Wahrscheinlich war es zu
dieser Zeit, als sich
Delawarenflüchtlinge in
Ohio und im Tal des
Susquehanna
zusammenfanden, dass der
Stamm, die Nation der
Delawaren im heutigen
Sinn geformt wurde.
Im
September 1778
unterzeichneten die
Vereinigten Staaten von
Amerika ihren ersten
formellen Vertrag mit
einem Indianerstamm, den
Delawaren. Dieses
Dokument arrangierte
eine Allianz zwischen
den USA und den Lenape.
Nach der amerikanischen
Revolution zerbrach der
Stamm in mehrere
Gruppen, eine
Entwicklung, die durch
den Druck der Europäer
verursacht worden war.
Einige dieser Gruppen
gingen nach Kanada,
andere zerstreuten sich
in verschiedene Teile
der Vereinigten Staaten.
Der Hauptteil des
Stammes wurde wiederholt
vertrieben und zog von
Ohio über Indiana und
Missourie nach Kansas.
Von dort führte ihre
bislang letzte
Vertreibung die Lenape
ins sogenannte Indian
Territory, das heutige
Oklahoma, wo sie 1867
ankamen.
Heute hat der Stamm der
Delawaren sein
Hauptquartier in
Bartlesville, Oklahoma,
und zählt ungefähr
10.500 Mitglieder. Ein
weiterer Delawarenstamm
ist der Delaware Tribe
of Western Oklahoma, mit
Hauptquartier in
Anadarko. Diese Gruppe
besteht aus den
Nachfahren der
sogenannten
Absentee-Delawares mit
etwa 2000 Mitgliedern.
Nach 200 Jahren
getrennter Existenz
leben die beiden Gruppen
nun weniger als 200
Meilen voneinander
entfernt.
Nachfahren der
Munsee-Delawaren leben
heute in Wisconsin / USA
unter der
Stockbridge-Munsee Band
of Mohicans und in drei
Gemeinden in Ontario /
Kanada.
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Autor
: Dr. Claudia Haake,
University of York, UK
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